Kindergarten- und Schulbeginn – zwischen Terminen und Erkältung
Jedes Jahr blicke ich mit Freude auf den Herbst. So erfüllt der Sommer mit all den Ereignissen und Eindrücken war, so kunterbunt und abwechslungsreich ist diese Jahreszeit mit all dem Wandel und den verfärbten Blättern. Mit dem Kindergarten- und Schulstart kehrt wieder Ordnung und Routine ein. Bis alles seinen Platz hat und sich jeder im Alltag zurechtfindet, braucht es meist nicht lange. Und dann ist es ein gutes Gefühl, wenn alles wieder in geordnete Bahnen läuft – dann ist alles rund.
Neben Arbeit, Haushalt & Co hält uns der volle Terminkalender auf Trab. Wir als Familie organisieren uns neu: Termine und Pflichten werden aufgeteilt und wir schaffen alles, was wir uns vornehmen und das auf unserer Liste steht. Jackpot! 😊
Bis auf einmal alles zum Wackeln anfängt und unsere gutdurchdachte Planung durchkreuzt wird. Mit dem Schwung der kühlen Jahreszeit kam heuer bei mir der erste Schnupfen, der sich rasch in eine Verkühlung verwandelte. Und so hat es auch mich erwischt.
Ein Zeichen für eine Pause? Aber ich war doch gerade noch so voller Eifer und Tatendrang.

Wie wir über unsere Grenzen gehen, ohne es zu merken
Mein Kopf war schwer, keine klaren Gedanken waren zu fassen und eine innere Unruhe machte sich breit. In solchen Situationen ist es der innere Antreiber – der eigene Anspruch weiterzumachen, obwohl man die ersten Zeichen bereits präsentiert bekommt. Es fühlt sich an wie ein kleiner Kampf mit dem Bengelchen auf der rechten Schulter und dem Engelchen auf der linken. Man sollte doch … Man müsste eigentlich …
Vor einigen Jahren ist es mir so gegangen, dass ich die Warnzeichen nicht wahrgenommen habe und über meine Grenzen gegangen bin. Die Grenzen sind bekanntlich fließend und man merkt erst zu spät, dass man bereits einige Zeit unter der eigenen Nullpunkt Linie gearbeitet hat. Da wurde noch dies erledigt, das gemacht, der Termin noch abgeschlossen, bis mein Angeschlagensein mit Schnupfen zu einer echten starken Verkühlung mit Husten und Fieber samt Schüttelfrost herangereift war und statt ursprünglich eine Woche zwei Wochen angedauert hat. Was das im Familienalltag bedeutet, das muss ich Ihnen nicht erklären.

Weil auch Mamas mal W.O. geben dürfen – ohne schlechtes Gewissen
Was ich daraus gelernt habe, ist, die ersten Anzeichen ernst zu nehmen. Da geht es darum, Pause zu machen und zu spüren, wie es in mir und meinen Körper aussieht. Wie fühle ich mich? Wie geht’s mir mit meiner Energie? Und dann wirklich „STOPP sagen“ zu Erledigungen und Aufgaben, Café-Treffen, Kinder-Freizeittermine. Da geht’s um das „sich selbst ernst nehmen“ und mir und meinen Bedürfnissen Vorrang zu geben, um mich gut um mich zu kümmern.
Meist habe ich das Ausrasten auf die lange Bank geschoben und erst, wenn es gar nicht mehr ging, mich in letzter Konsequenz krankgemeldet und die Notbremse gezogen. Dann durfte mein Partner übernehmen und Arbeitstermine wurden gecancelt, damit ich mich voll auf meine Genesung konzentrieren konnte: Rückzug im Schlafzimmer und Türe zu – sobald ich wusste, dass die Kinder versorgt waren.
Gerade als Mama fällt es mir oft schwer zu sagen: ‚Jetzt bin ich krank, ich brauche eine Pause.‘ Es fühlt sich manchmal so an, als müsste man sich das Kranksein erst ‚verdienen‘, um es wirklich zu dürfen. Paradox, oder? Dennoch wuppen wir im Alltag und Beruf so vieles – und selbst wenn wir ausfallen, müssen wir häufig noch dafür sorgen, dass Ersatz organisiert wird. Bei mir dauert es lange, bis ich sage: „Ich kann nicht mehr!“ Und dann muss ich definitiv Ruhe geben. Was ich einer jeden Mama und Frau wünsche, ist, einfach mal W.O. geben zu können – ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.
Im Grunde genommen wissen wir alle, was zu tun ist, wenn sich eine Krankheit anbahnt: stillsitzen, Ruhe geben und Tee trinken. Doch genau das fällt uns schwer, wenn man nicht mit Fieber im Bett liegt. Die Versuchung, noch „schnell dies und das“ zu erledigen, die To-do-Liste abzuarbeiten, ist groß.
Wenn der Kopf loslässt, kann der Körper heilen
Und genau hier können wir uns die Frage stellen: Was brauchen wir in solchen Zeiten ganz besonders? Was ist hier wirklich wichtig?
Für mich ist das Gesundwerden jedes Mal aufs Neue ein innerlicher Prozess. Da geht es um den Kopf, um das eigene Ego, das gerne eine Lösung kreieren möchte. Aber in Momenten, in denen es den eigenen Körper und die Funktionen betrifft, kann es der Kopf nicht lösen.
Da geht es um das Loslassen und die Fähigkeit, den Schalter umzulegen und die innere Stimme auf „stumm“ zu schalten, damit es möglich wird, Schritt für Schritt in den Zustand der Entspannung und inneren Gelassenheit zu kommen. Erst wenn das Nervensystem im Ruhemodus ist, kann Heilung stattfinden.

Was mir geholfen hat – meine Checkliste für Ruhe und Erholung
Mein Tipp aus eigener Erfahrung: Wenn der Körper uns Grenzen zeigt, sehe ich das heute als Spiegel – statt dagegen anzukämpfen, versuche ich, diese Grenzen anzunehmen. Mal gelingt es uns besser – mal weniger. Was mir geholfen hat: Was mir geholfen hat:- Annehmen – Es ist, wie es ist. Widerstand kostet Energie, die wir gerade so dringend brauchen.
- Einen guten Ort für die Genesung suchen – sei es das Sofa, das Bett oder die Lieblingsecke mit Kuscheldecke. Ein Wohlfühlort schenkt Geborgenheit.
- Abgeben, abgeben, abgeben – was jetzt nicht unbedingt durch uns erledigt werden muss, darf delegiert werden.
- Termine canceln – die Welt geht nicht unter, wenn ein Meeting verschoben wird.
- Den Kopf auf leise schalten – Grübeleien dürfen in die Warteschleife.
- Innere Ruhe finden – Atemübungen, eine kleine Meditation oder einfach Stille helfen, die Gedanken zu sortieren.
- Die Gedanken auf das Aufladen der Batterien ausrichten – statt auf das, was alles liegen bleibt.
- Loslassen und geduldig sein – Heilung braucht Zeit.
- Sich freuen – über kleine Fortschritte, über Fürsorge von anderen, über die Pause, die vielleicht gerade jetzt so wertvoll ist.

